Ansichtssache Kaufbeuren -
Stadtbilder gestern und heute


Was macht die Stadt Kaufbeuren aus? Die malerische Altstadt mit den noch erhaltenen Teilen der Stadtmauer? Oder ist da noch etwas anderes? Etwas das man nicht auf den ersten Blick erkennt? Vielleicht genau die Plätze, welche man jeden Tag übergeht und wie selbstverständlich von uns benutzt werden?

Das Stadtbild wurde von seinen Bewohnern über Generationen hinweg geprägt. Zeitsprünge sind nur einen Steinwurf voneinander entfernt und verbinden verschiedene Jahrhunderte der Baugeschichte im Jetzt.

Die Stadt ist mehr als die Postkartenmotive Fünfknopfturm, Blasiuskirche und die Kaiser-Max-Straße. Das alltägliche städtische Leben findet neben, aber auch abseits von historischen Baudenkmälern statt. Die Stadt wird zwar täglich gesehen, doch selten wirklich wahrgenommen – diesen Gegensatz versuchte die Ausstellung des Stadtmuseums in Zusammenarbeit mit den zwei Fotografen Hansjörg Michaelis und Dieter Schmidt sowie dem Maler Peter Krusche aufzulösen.

Die Stadt wurde von unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Neben Gemälden und Fotografien aus den 1960-90er Jahren bis hin zur Gegenwart, war auch die ältere Vergangenheit der Stadt durch ausgewählte historische Stadtbilder und Objekte aus dem Depot des Stadtmuseums zugegen. Zusammen zeigten all diese Gemälde, Fotos, Zeichnungen und Objekte, den stetigen Wandel, den die Stadt seit jeher durchläuft. Die Ausstellung „Ansichtssache Kaufbeuren“ zeigte keinen chronologischen Gang durch die Entwicklung der Stadt, vielmehr wurden einzelne Episoden und Bilder der Stadt von gestern bis heute gegenübergestellt. Die Betrachter der Ausstellung waren zum Entdecken eingeladen, andere Sichtweisen einzunehmen und die Stadt Kaufbeuren wiederzuentdecken oder neu wahrzunehmen.

Rundgang „Stadtfotograf 2014-2016“

Begleitend zur Ausstellung im Stadtmuseum hatte Fotograf Hans-Jörg Michaelis eine Auswahl von Aufnahmen aus seinem Projekt „Stadtfotograf 2014-2016“ zusammengestellt, die an Häuserfassaden der Innenstadt angebracht waren. Die Fotografien luden inmitten der städtischen Umgebung dazu ein, neue Perspektiven auf die Stadt Kaufbeuren zu gewinnen. Die Stationen des Rundgangs konnten in einem etwa dreißigminütige Rundgang erlaufen werden. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Abteilung Kulturförderung der Stadt Kaufbeuren ermöglicht.

Stadtmuseum auf Instagram: #AnsichtssacheKF

Parallel zur Ausstellung startete das Stadtmuseum ein Projekt auf der Social-Media-Plattform Instagram. Unter dem Hashtag #AnsichtssacheKF soltel eine digitale Bilderschau zum Stadtbild Kaufbeuren entstehen. Kaufbeurer und Nicht-Kaufbeurer waren eingeladen ihre persönliche Sicht auf die Stadt dort einzustellen. Was gefällt an Kaufbeuren? Was nicht? Einige der Bilder wurden im Laufe der Ausstellung in die Präsentation des Stadtmuseums integriert, so dass ein facettenreiches Bild Kaufbeurens entstand und zur Auseinandersetzung mit der eigenen Stadt anregte.

Blick auf die Kaiser-Max-Straße und den Neptunbrunnen. Rechts im Hintergrund das Rathaus, frontal im Hintergrund die Martinskirche. Am linken Rand die Ecke des Weberhauses.

Peter Krusche, Die Kaiser-Max Straße mit Neptunbrunnen und Rathaus, 2016

Schwarz-Weiß-Fotografie, links am Rand die Ecke des Weberhauses, frontal im Hintergrund die Martinskirche, rechts der Neptunbrunnen

Dieter Schmidt, Blick auf den Neptunbrunnen, 1965

Fotografie: Blick auf die Kaiser-Max-Straße am Markttag. Rechts und links der Straße stehen verschiedene Stände und mehrere Menschen flanieren vorbei. rechts im Hintergrund das Rathaus, der Neptunbrunnen in der Mitte.© Hansjörg Michaelis

Hansjörg Michaelis, Markt auf der Kaiser-Max-Straße, Projekt Stadtfotograf 2014-2016.