Zum 150jährigen Geburtstagsjubiläum:

Erneuerung der Grabstätte des Irseer Pfarrers und Kunstsammlers Richard Wiebel

Am 11.04.2019 lud der Freundeskreis des Kaufbeurer Stadtmuseums e.V. um 14.00 Uhr zu einem Pressetermin auf den Städtischen Friedhof ein. Anlass für den Termin war die Restaurierung der Grabstätte des Irseer Pfarrers und Kunstsammlers Richard Wiebel durch eine Spende des Fördervereins. Wiebel hatte im Jahr 1936 dem Museum rund 100 Kruzifixe und einige Skulpturen übereignet. Sie bilden den Grundstock der bayernweit einzigartigen Kruzifixsammlung des Stadtmuseums Kaufbeuren.

Der Werdegang Richard Wiebels

2019 jährt sich der Geburtstag von Richard Wiebel (1869-1945) zum 150. Mal. Richard Wiebel wurde am 6. Mai 1869 in Lauingen geboren und entstammte einer Lehrerfamilie. Nach dem Studium der Theologie in Dillingen wurde er 1892 zum Priester geweiht. Nach Kaplanstellen in Ettenbeuren und Heimenkirch und einer fünfjährigen Zeit als Pfarrer in Unterbleichen  nahe Krumbach nahm er 1904 die Pfarrstelle in Irsee an. In Irsee war er 32 Jahre tätig und ließ sich 1936 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Pfarrdienst entbinden.

Kunstfreund und Sammler Richard Wiebel

Neben der seelsorgerischen Tätigkeit beschäftigte sich Wiebel schon als junger Pfarrer mit dem Sammeln von Kruzifixen, so dass seine Sammlung zum Ende seiner Dienstzeit über 100 Objekte umfasste. Die umfangreiche Sammlung fand bis zu diesem Zeitpunkt im geräumigen Pfarrhof in Irsee ihren Platz. Mit dem Wechsel in eine private Mietwohnung stellte sich für Wiebel sicherlich auch die Frage nach der räumlichen Unterbringung der Objekte.

Die Wiebel’sche Kruzifixsammlung im Stadtmuseum

Zwei Jahre vor Wiebels Rückzug aus der Seelsorge war in Kaufbeuren 1934 das Heimatmuseum neu eröffnet worden. Unter der Leitung von Museumskustos Fritz Schmitt (1888-1966) waren verschiedene Sammlungen, darunter stadthistorische Objekte aus dem Localmuseum im alten Rathaus, sowie die Bestände des Museums für Volkskunst und die Ludwig-Ganghofer-Gedenkstätte im Gebäude im Kaisergäßchen unter einem Dach vereint worden. Unter der Vermittlung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege konnten 1936 die Bestände um die Wiebel‘sche Kruzifixsammlung erweitert werden. Wiebel hatte für die Überlassung der Sammlung die Bedingung gestellt, dass die Kreuze der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten. Zudem erbat er sich im Gegenzug von der Stadt Kaufbeuren eine Rente für seine Schwester Eleonore, die ihm Zeit ihres Lebens den Pfarrhaushalt geführt hatte.

Restaurierung des Grabkreuzes

Zum 150jährigen Geburtsjubiläum von Richard Wiebel konnte durch eine großzügige Spende aus dem Kreis der Fördervereinsmitglieder nun die letzte Ruhestätte des Sammlers und Kunstfreundes auf dem städtischen Friedhof wieder ansprechend gestaltet werden. Insbesondere das schöne, schmiedeeiserne Grabkreuz war durch Wind und Wetter in den letzten Jahren deutlich beschädigt worden und erstrahlt nun wieder in neuem Glanz (Foto: Stadtmuseum Kaufbeuren).

 

 

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